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==== Deutschland ==== In Deutschland werden rund 37 Prozent der Ackerflächen jährlich mit Glyphosat behandelt (Stand 2017). Die ausgebrachte Wirkstoffmenge wird auf etwa 5000 Tonnen abgeschätzt. Im Jahr 2014 wurden 5330 Tonnen Glyphosat auf deutschen Äckern ausgebracht, knapp 10 Prozent weniger als 2012 (5941 Tonnen). Im privaten Bereich, also von Haus- und Kleingartenbenutzern, wurden 2014 insgesamt 95 Tonnen verwendet, mehr als doppelt so viel wie 2012 (40 Tonnen). Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lag im Jahr 2021 der Absatz an Glyphosat bei 4097 Tonnen. Glyphosat wird in der deutschen Landwirtschaft zu drei verschiedenen Zeitpunkten verwendet:
Quellen: de.wikipedia.org
Stoppelanwendungen, inklusive Nachernteanwendungen (etwa 60 %, entspricht 22 % der gesamten Ackerfläche). Dabei wird das Herbizid nach der Ernte ausgebracht, um Unkräuter oder aus ausgefallenen Samen aufgewachsene Kulturpflanzen der Vorkultur (z. B. Ausfallraps), zu bekämpfen. Dies dient auch der sogenannten Ackerhygiene, um z. B. Schaderregern kein Reservoir zu bieten. Vorsaatanwendungen (etwa 34 %, entspricht 13 % der gesamten Ackerfläche). Dabei wird kurz vor oder wenige Tage nach der Saat (bevor die Kulturpflanze gekeimt hat) Herbizid ausgebracht. Dies ist von Bedeutung bei konservierender Bodenbearbeitung, zur Verminderung von Bodenerosion, vor allem pflugloser Bodenbearbeitung und Mulchsaat. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Bekämpfung von Unkräutern, die gegen zahlreiche andere Herbizide Resistenzen entwickelt haben, etwa Windhalm und Ackerfuchsschwanz. Vorernteanwendungen (etwa 6 %, entspricht 2 % der gesamten Ackerfläche). Hierbei wird durch das Totalherbizid die Kulturpflanze selbst gemeinsam mit evtl. vorhandenen Unkräutern abgetötet. Dies wird durchgeführt, um im Rahmen einer sog. Sikkation bei ungleichem Auflaufen der Kultur, Auswinterungsschäden, Schäden durch Starkregen, Hagel oder Sturm einen einheitlichen Erntezeitpunkt zu ermöglichen und um Spätverunkrautung und Unkrautdurchwuchs in Mähdruschfrüchten zu bekämpfen. Die Anwendung von Glyphosat zur Ernteerleichterung ist nur in solchen Beständen zugelassen, in denen eine Beerntung sonst nicht möglich wäre. In Getreide ist eine Unkrautbekämpfung nur bei lagernden Beständen zugelassen.
Quellen: de.wikipedia.org
In Deutschland ist die Vorerntebehandlung seit 2014 nur für besonders schwierige Erntesituationen erlaubt, aber nicht mehr für die Steuerung des Erntetermins (Drusch). In der Schweiz ist die Sikkation verboten. Steinmann et al. (2012) beziffern den Nutzen von Glyphosat in Deutschland auf 79–202 Mio. Euro pro Jahr. Sie nehmen an, dass es ohne Glyphosat nicht zu Ertragseinbußen kommen würde, da ein verstärkter Einsatz von Pflug und anderen Herbiziden zur Unkrautbekämpfung derartige Effekte kompensieren würde. Das Julius Kühn-Institut (JKI) veröffentlichte 2015 eine Folgenabschätzung für den teilweisen oder vollständigen Verzicht auf glyphosathaltige Herbizide in der deutschen Landwirtschaft. Laut JKI würde der vollständige Ersatz von Glyphosat durch (die teurere) mechanische Unkrautbekämpfung in Dauerkulturen (insbesondere bei Äpfeln) gravierende Folgen haben und sei wirtschaftlich kaum vertretbar. Im Ackerbau könne unter günstigen Bedingungen (abhängig von Standort, Witterung und Anbaupraxis) eine mechanische Unkrautbekämpfung zu einem betriebswirtschaftlich identischen oder sogar besseren Ergebnis führen. Unter ungünstigen Bedingungen führe der Ersatz von Glyphosat durch mechanische Verfahren zu Ertragseinbußen, bei Brotweizen entsprechen diese Verluste 6 bis 17 % des Deckungsbeitrags. Um eine Kostenäquivalenz von drei Bodenbearbeitungsgängen mit der Glyphosatanwendung zu erreichen, müssten die Glyphosatpreise um ca. 75 % ansteigen.
Quellen: de.wikipedia.org
Allerdings seien daneben auch andere Faktoren für den wirtschaftlichen Vorteil entscheidend, etwa ausreichende Feldarbeitstage und Arbeitskraftkapazitäten sowie ausreichende Mechanisierung. Auch dürfe nach der Ernte keine Trocknung notwendig sein. Das JKI empfiehlt, Glyphosatanwendungen nicht von vornherein als Standardmaßnahme im Ackerbau anzusehen und in bestimmten Situationen mechanische Arbeitsgänge als flexible Alternative (z. B. im jährlichen Wechsel mit Glyphosat) zu prüfen. Die Deutsche Bahn AG setzte nach eigenen Angaben jährlich ca. 60 bis 70 Tonnen Glyphosat und andere Herbizide ein, um die Gleise bewuchsfrei zu halten. 2023 hatte sie bekundet, kein Glyphosat mehr ausbringen zu wollen. Stattdessen soll ein „nachhaltiges Vegetationsmanagement“ durch Mäher-Maschinen und Pelargonsäure eingesetzt werden. Die alternative Unkrautbekämpfung verursacht Mehrkosten in Höhe von 16 Millionen Euro.
Quellen: de.wikipedia.org
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